Beschreibung
Mit generativer KI sagt ein fertiges Produkt wenig darüber aus, was jemand selbst gekonnt hat. Die Empfehlungen des Kantons (Kapitel 3.7) setzen deshalb auf zwei Dinge: Der Lernprozess wird stärker beurteilt, etwa mit Prozessportfolios, und bei bewerteten Arbeiten ist transparent zu machen, ob und in welcher Form KI eingesetzt wurde (Deklarationspflicht). Ein Prozessportfolio verbindet beides.
Unterrichtsideen
- Regeln vorab festlegen: Wofür darf KI genutzt werden (Ideen sammeln, Feedback, Sprache prüfen), wofür nicht? Für alle gilt dasselbe Bewertungsraster.
- Portfolio-Struktur vorgeben, zum Beispiel in OneNote oder LearningView: Planung, Entwürfe, Rückmeldungen, Entscheidungen, Endprodukt, Reflexion.
- KI-Protokoll: Bei jeder Nutzung kurz notieren: Wofür? Welcher Auftrag? Was habe ich übernommen, was verworfen?
- Zwischengespräche: Die Lehrperson schaut zweimal in den Prozess und gibt Rückmeldung.
- Beurteilung: Produkt und Prozess nach dem vorab bekannten Raster, ergänzt um ein kurzes Gespräch über die Arbeit.
Darauf achten
- Gleiches Raster für alle, ob mit oder ohne KI gearbeitet wurde (Empfehlung, wie sie etwa der Kanton Solothurn formuliert). Welche KI-Nutzung erlaubt ist, regelt die Schule.
- Deklaration ist Lernanlass, kein Misstrauensinstrument: Ehrliche Angaben dürfen nicht zu einem Nachteil führen, wenn die Regeln eingehalten wurden.
Grundlagen und Links
- Empfehlungen zur digitalen Transformation, Kapitel 3.7
- KI-Lernloop, Phase 8 «Transfer»
- Wegleitung Selbständige Projektarbeit des Kantons: Vereinbarung, Projektjournal und Beurteilungsraster für die Abschlussarbeit; von 2017, die KI-Deklaration ist zu ergänzen
- Elternflyer «Beurteilung ist mehr als das Zeugnis» – erklärt Eltern, warum der Prozess mitzählt
- ePortfolio mit OneNote