Schritt 6 · Im Unterricht verankern
Neue Lehr- und Lernformen
Das persönliche Gerät macht Lernformen möglich, die mit geteilten Geräten mühsam bleiben. Die drei Szenarien der Modellschulen zeigen, welche, und wo es dazu Handreichungen gibt.
Stand 12.10.2026
Entwurf Entwurf. Dieses Kapitel ist neu geschrieben: mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen zusammengestellt und noch nicht fachlich geprüft. Rückmeldungen sind willkommen. Mitwirken
Leitfragen
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Was das persönliche Gerät möglich macht
Die Szenariobeschreibung der Modellschulen von 2020 nennt als Potenziale:
- Lernmaterialien und Werkzeuge, mit denen Lernende interagieren, experimentieren und ihr Vorgehen dokumentieren,
- Aufgabenformate und ganze Lernprozesse, die mit den digitalen Möglichkeiten neu gedacht werden,
- Lernformen wie Medienprojekte, Geocaching oder Augmented Reality,
- individualisiertes Lernen durch jederzeit verfügbare Inhalte, das Verantwortung und Eigeninitiative fördert,
- Lernen im Moment, in dem eine Information gebraucht wird,
- Zusammenarbeit und zeitnaher Austausch in der Lerngruppe.
Die Empfehlungen des Kantons (2.1) sprechen von einer stärkeren Individualisierung, der Förderung von Lernenden mit besonderen Bedürfnissen und von selbstgesteuertem, zeit- und ortsunabhängigem Lernen in kombinierten analogen und digitalen Angeboten. Wie Modellschulen das umgesetzt haben, zeigen die Ideen zu Individualisierung und kooperativem Arbeiten im Ideenpool.
Drei Szenarien, ein Gerät
One-to-One-Computing war in den Modellschulen das Querschnittszenario: Die Lernformen selbst wurden in drei Szenarien erprobt, jeweils mit dem persönlichen Gerät als Voraussetzung. Zu jedem gibt es auf der zITBOx eigene Produkte.
Blended Learning Analoge und digitale Lernphasen werden gezielt verbunden. Das Factsheet stellt vier Modelle vor, vom Rotationsmodell mit Flipped Classroom bis zum Flex-Modell. Die Handreichung Blended Learning führt Leitungspersonen und Lehrpersonen von der Vorbereitung bis zur Weiterentwicklung.
Adaptives Lernen Lernangebote werden an Lernstand, Lerntempo und Bedürfnisse der Lernenden angepasst, durch gezielte Lernstandsanalyse, differenzierte Lernangebote und kontinuierliche Lernbegleitung. Den Ablauf zeigt der Loop der adaptiven Lernprozessgestaltung, inzwischen auch als KI-gestützter Lernloop. Die Handreichung Adaptives Lernen ist gleich aufgebaut wie jene zu Blended Learning.
Makerorientiertes Lernen Lernende entwerfen, bauen und programmieren. Die Handreichung Making bietet den Einstieg.
Das Journal «ITBO macht Schule» stellt alle vier Szenarien nebeneinander vor, mit Leitfragen zur Reflexion.
Was die Begleitevaluation zeigt
Die PHSG hat die Szenarien wissenschaftlich begleitet. Zwei Berichte liegen vor: Blended Learning (drei Modellschulen, 2021 bis 2024) und Adaptives Lernen (drei Modellschulen, 2022 bis 2025). Für eine 1:1-Einführung sind vor allem diese Erkenntnisse wichtig:
- Die Infrastruktur muss tragen. Zuverlässige Geräte, ein stabiles Netz und ein verlässlicher Support sind entscheidend; häufige technische Probleme bremsen die Unterrichtsentwicklung erheblich. Eine vollständige 1:1-Ausstattung hielten die Lehrpersonen für Blended Learning dagegen nicht für zwingend.
- Die Lernenden brauchen Grundfertigkeiten. Adaptives Lernen gelingt besser, wenn die Lernenden sich selbst steuern können und digitale Grundfertigkeiten mitbringen. Beides muss an geeigneten Inhalten aufgebaut werden.
- Werkzeuge bewusst wählen. Positiv waren Audio- und Videoanleitungen, Lernlandkarten und eine Lernplattform, die den Unterricht strukturiert. Manche Werkzeuge erwiesen sich für das Alter oder den Lernprozess als ungeeignet. Sie sollten nach Lernziel, Alter und Bedürfnissen erprobt und ausgewählt werden.
- Analog und digital verzahnen. Blended Learning wirkt, wenn der Einsatz der Geräte einer klaren didaktischen Logik folgt.
- Wissen teilen, Zeit geben. Geteilte Materialien und kollegiale Unterstützung senkten den Stress beim Unterrichten mit digitalen Medien. Der Transfer ins ganze Team gelang aber nur teilweise; er braucht Gefässe, Zeit und Personen, die ihn anstossen. Mehr dazu unter Verankerung in der Schule.
Selbststeuerung Schritt für Schritt
Mehr Selbststeuerung entsteht nicht mit der Abgabe des Geräts. Wie Lernende schrittweise mehr Verantwortung übernehmen, bis zur Wahl des eigenen Lernorts, zeigt das Beispiel einer Oberstufe unter Lernende begleiten.
Lernen ausserhalb der Schule
Die Szenariobeschreibung fragte 2020, wie sich die ständige Verfügbarkeit des Geräts auf das Lernen zuhause auswirkt. Die Schulen haben unterschiedlich entschieden: Im Leitfaden der PSNLZ sollen die Geräte vorwiegend in der Schule genutzt werden. In einer anderen Modellschule gehen die Zugänge zu den Lernapps am Wochenende mit nach Hause, damit weitergeübt werden kann und die Eltern sehen, woran ihr Kind arbeitet.
Wichtig ist, dass die Schule den Entscheid bewusst trifft und in der Nutzungsvereinbarung festhält. Die Empfehlungen erinnern daran, dass die Schule die digitale Spaltung verringern soll (2.2): Was zuhause erwartet wird, muss auch ohne Unterstützung der Eltern machbar sein.
Erfahrungen gesucht
Helfen Sie mit, diese Fragen zu beantworten. Die Modellschulen haben sie zum Abschluss des Szenarios gesammelt; die Antworten fehlen noch. Hat Ihre Schule Erfahrungen damit? Ein Satz, eine Beobachtung oder der Name einer Schule genügt. Die Antworten fliessen in die nächste Fassung ein.
- {'Was haben Sie beobachtet, das ohne persönliches Gerät nicht möglich gewesen wäre? Eine Szene genügt': 'Schule, Stufe, Situation.'}
- Ab welcher Stufe lohnt sich 1:1 wirklich, und woran machen Sie das fest? Erfahrungen, nicht Meinungen.
- Was macht das Gerät mit dem Lernen ausserhalb der Schule, zuhause und unterwegs? Auch Unerwünschtes.
Das gilt im Kanton St.Gallen
3 Links
- Empfehlungen zur digitalen Transformation in der VolksschuleBildungsrat Kanton St.GallenVom Bildungsrat im August 2021 genehmigt, im Mai 2025 um private Geräte (3.6) und im August 2026 um generative KI (3.7) ergänzt. Empfehlungen, kein Gesetz. Sie sind aber der Massstab des Kantons für jede 1:1-Einführung.
- Lokaler Umsetzungsprozess digitale Transformation (LUP-DT)Kanton St.Gallen, Amt für VolksschuleOrientierungsrahmen, Selbsteinschätzung und Materialien für den schulinternen Prozess bis 2028.
- Fachbereich Medien und InformatikKanton St.Gallen, Amt für VolksschuleLehrplan, Lehrmittel und Materialien zum Fachbereich.
Weiterführende Links
Aus der zITBOx
9 Links
Produkte der IT-Bildungsoffensive St.Gallen, entstanden an der PHSG und in den Modellschulen.
- Handreichung Blended LearningzITBOx, PHSGSchwesterprodukt aus den Modellschulen, für Leitungspersonen und Lehrpersonen, von der Vorbereitung bis zur Weiterentwicklung.
- Blended Learning LernpfadzITBOx, PHSGHilfestellungen und Anleitungen für die Umsetzung von Blended Learning im Unterricht.
- Blended Learning in der Volksschule – ein Factsheet für die PraxiszITBOx, PHSG
- Handreichung Adaptives LernenzITBOx, PHSGSchwesterprodukt aus den Modellschulen, gleich aufgebaut wie die Handreichung Blended Learning.
- KI-gestützte Lernprozessgestaltung – der adaptive KI-LernloopzITBOx, PHSG
- Making-NavigatorzITBOx, PHSGEinstieg ins Szenario Makerorientiertes Lernen.
- Evaluationsbericht Szenario Blended Learning (Volksschule)zITBOx, PHSGBegleitevaluation des Szenarios Blended Learning an drei Modellschulen (2021 bis 2024), mit Handlungsempfehlungen für die Schulentwicklung: Grundlage für Strategie und operative Planung.
- Evaluationsbericht Szenario Adaptives Lernen (Volksschule)zITBOx, PHSGBegleitevaluation des Szenarios Adaptives Lernen an drei Modellschulen (2022 bis 2025), gegliedert nach Organisations-, Personal- und Unterrichtsentwicklung, mit Handlungsempfehlungen: Grundlage für Strategie und operative Planung.
- Journal «ITBO macht Schule – Schulentwicklung im digitalen Zeitalter»zITBOx, PHSGNovember 2025. Werkschau der Teilprojekte, mit One-to-One-Computing als Querschnittsszenario der Modellschulen.