Mehr als das Arbeitsblatt als PDF
Der Zwischenbericht zum LUP-DT beobachtet, dass Geräte in vielen Schulzimmern noch
punktuell für spielerische Anwendungen eingesetzt werden, ohne dass ein
grundlegendes didaktisches Konzept dahintersteht. Viele Lehrpersonen befinden sich
in einer Phase des Ausprobierens.
Die Zielerwartung des LUP-DT für 2028 geht weiter: Neuartige Aufgabenformate
reichern den Unterricht an, projekt- und handlungsorientierte Aufgaben
unterstützen den Lernprozess, und die Beurteilung wird durch nachvollziehbare
Kompetenznachweise sowie Selbst- und Fremdeinschätzungen ergänzt.
Die Szenariobeschreibung der Modellschulen von 2020 nennt, was das persönliche
Gerät dafür möglich macht: interaktive Materialien, Experimentieren und
Dokumentieren, neu definierte Aufgabenformate, Medienprojekte, Geocaching oder
Augmented Reality und kollaborative Lernarrangements. Das
SAMR-Modell in Station 5 des Lernpfads hilft, die eigenen Aufgaben
einzuordnen, ohne es als Treppe zu verstehen.
Erprobte Settings aus den Modellschulen
Die folgenden Beispiele haben Modellschulen in Stories auf der zITBOx beschrieben.
Sie zeigen, was in einem bestimmten Kontext funktioniert hat. Es sind keine geprüften
Musterlösungen.
| Setting |
Stufe |
Schule |
Was das Gerät beiträgt |
| Werkstatt mit eigenem E-Book zur Titanic |
6. Klasse |
Eschenbach |
Analoge und digitale Posten, zum Abschluss ein persönliches E-Book mit Text, Bild und Video-Interview |
| Interaktiver Wochenplan |
3./4. Klasse |
Eggersriet-Grub |
Pläne pro Kind anpassen, Materialien direkt verlinken, auf einen Blick sehen, wer was erledigt hat |
| Aufträge per Audio oder Video, Abgabe ohne Login |
Kindergarten bis Zyklus 2 |
Eggersriet-Grub, Eschenbach |
Auch Kinder, die noch nicht lesen, erhalten Aufträge; Fotos, Aufnahmen und Videos werden zentral gesammelt |
| Medienwoche |
6. Klasse |
Diepoldsau-Schmitter |
Workshops zu Radio, Kurzfilm, Podcast, Stop-Motion und Programmieren, am Schluss eine Ausstellung für Eltern |
Aus dem Szenario Blended Learning stammt der Lernspiess: Analoge und digitale
Lernbausteine folgen sich in einer sinnvollen Reihenfolge, und besondere
Aufmerksamkeit gilt den Übergängen zwischen ihnen. Die Idee und Beispiele dazu
stehen im Ideenpool Beurteilung und Feedback.
Beurteilen mit dem Gerät
Die Empfehlungen des Kantons halten zur Beurteilung fest (3.7):
- In der formativen Beurteilung können auch KI-Werkzeuge unter Einhaltung des
Datenschutzes Rückmeldungen geben und den Lernprozess unterstützen.
- Bei summativer und schullaufbahnrelevanter Beurteilung ist der Einsatz klar
zu regeln. Präsenzprüfungen sind unproblematisch; Regeln braucht es für Arbeiten
ausserhalb der Unterrichtszeit, etwa Projektarbeiten.
- Beurteilt wird nicht nur das Ergebnis, sondern auch der Lernprozess.
Prozessportfolios sowie mündliche und hybride Prüfungen gewinnen an Bedeutung.
- Bei bewerteten Arbeiten ist transparent zu machen, ob und in welcher Form KI eingesetzt wurde
(Deklarationspflicht).
Was das konkret heisst (Deklaration, Anonymisieren, Empfehlungen je Zyklus),
fasst die Seite KI in Beurteilung und Feedback zusammen, mit
Ideen entlang des KI-Lernloops der zITBOx.
Für die Projektarbeit im letzten Schuljahr gibt es eine
Wegleitung des Kantons mit Formularen für Vereinbarung,
Projektjournal und Beurteilung (unten bei den Vorlagen). Sie stammt von 2017. Wer
sie nutzt, ergänzt die Vereinbarung um die Regeln der Schule zu KI und das Journal
um die Deklaration, wo und wie KI eingesetzt wurde. Eine Vorlage für diese
Deklaration enthält das Muster
Regelung zum Umgang mit KI im Anhang.
Wenn sich die Beurteilung stärker auf den Prozess richtet, fragen Eltern nach. Der
Elternflyer «Beurteilung ist mehr als das Zeugnis»
des Kantons erklärt in mehreren Sprachen, warum Rückmeldungen und Gespräche im
Lernprozess dazugehören.
Für die Standortbestimmung stellt der Kanton zwei Lernfördersysteme bereit und
bezahlt die Lizenzen: Lernlupe im 2. Zyklus (Deutsch und Mathematik,
freiwillig) und Lernpass plus im 3. Zyklus, dessen Standortbestimmung
Stellwerk 8 in der 2. Oberstufe obligatorisch ist. Die Ergebnisse dürfen
nicht in Noten umgerechnet werden. Wie sie sich im Unterricht nutzen lassen,
zeigen die Ideen zu Lernlupe und
Stellwerk 8.
Der Ideenpool Beurteilung und Feedback sammelt Ideen der
Modellschulen, nach Zyklus, Bereich und Tool geordnet, etwa zur
formativen Beurteilung, zum
Peer-Feedback oder zum
E-Portfolio. Bei jeder Idee steht, was vor dem
Einsatz zu klären ist, und wo es Erklärvideos in LernIT gibt.
Eine Voraussetzung ist technisch: Damit Lernende und Lehrpersonen auf frühere
Arbeiten zurückschauen können, muss die Schule die digitale Infrastruktur dafür
bereitstellen. Dazu gehören persönliche Konten der Lernenden und ein fester
Ablageort, an dem die Produkte über das Schuljahr hinaus liegen bleiben, etwa der
Cloud-Ordner der Schule, eine Lernplattform oder eine Klassenbibliothek in der App.
Welche Daten dort liegen dürfen, steht unter Datenschutz. Siehe
auch Im Unterricht verankern.
Wie Lernstand, Aufgaben und Rückmeldung in einer Schleife zusammenspielen, zeigen das
Szenario Adaptives Lernen und sein KI-gestützter Lernloop,
mehr dazu unter Neue Lehr- und Lernformen.