Was der Kanton empfiehlt
Die Empfehlungen des Bildungsrates halten fest (Kapitel 3.2): Die Schulen verfügen
über ein lokales Medien- und ICT-Konzept mit Aussagen zu Strategie,
Medienbildung und Infrastruktur. Beschrieben werden die Strategie, die
pädagogische Nutzung sowie das Betriebs- und Hardwarekonzept. Die Fachpersonen
vor Ort überprüfen es in regelmässigen Abständen und aktualisieren es.
Zwei weitere Kapitel nennen ausdrücklich das Konzept:
- 3.4 Infrastruktur: Das Konzept regelt, wie Lehrpersonen, auch in Teilzeit
und als Fachpersonen, Zugriff auf ein Arbeitsgerät erhalten.
- 3.7 Generative Machine Learning Systems: Die Schulträger berücksichtigen KI
in ihren Konzepten und regeln den Umgang an ihrer Schule.
Eine Vorlage gibt der Kanton bewusst nicht vor. Im LUP-DT verzichtet er auf
Musterkonzepte, weil die Schulen zu unterschiedlich sind. Die Bausteine unten sind
deshalb eine Gliederungshilfe, kein Formular. Die letzte Spalte ordnet jeden
Baustein den Dimensionen und Aspekten des
Kartensets «Schulentwicklung» zu. So lassen sich die
Leitfragen der Karten direkt für das Konzept nutzen.
Als Arbeitsdokument gibt es ein Gerüst für das Medien- und ICT-Konzept
zum Herunterladen. Es enthält keinen Mustertext, sondern die zwölf Bausteine mit
Leitfragen, den Grundlagen aus den Empfehlungen und Feldern für die Entscheide der
Schule, dazu eine Liste der Anhänge. Die Schule füllt es mit ihren eigenen
Antworten.
Die Bausteine
| Baustein und Leitfrage |
Kantonale Grundlage |
In dieser Handreichung |
Kartenset zITBOx |
Strategie und Haltung Wohin will die Schule, und warum? |
Empfehlungen 3.1, 3.2; LUP-DT Schulkultur |
Verankerung, Ziele |
Kultur: Führungsverständnis |
Pädagogische Nutzung und Medienbildung Was lernen die Lernenden wann, mit welchen Werkzeugen? |
Empfehlungen 2.3, 3.2; Lehrplan Medien und Informatik; LUP-DT Unterricht |
Unterricht, Lernende, Lernpfad Apps |
Unterricht: Pädagogische Leitlinien, Lehren und Lernen |
Künstliche Intelligenz Wie gehen Lernende und Lehrpersonen mit KI um? |
Empfehlungen 3.7 |
Prävention, Vereinbarungen |
Unterricht: Beurteilen und Prüfen |
Private Geräte Was gilt für Smartphones und eigene Geräte? |
Empfehlungen 3.6; Schulordnung |
Vereinbarungen, Prävention |
Organisation: Prozessgestaltung |
Infrastruktur Wie viele Geräte, welches Netz, welcher Inhaltsfilter? |
Empfehlungen 3.4 (Mengengerüst) |
Geräte, Plattformen und Apps |
Infrastruktur: Digitale Gesamtarchitektur, Raumgestaltung |
Betrieb Wer richtet ein, aktualisiert, repariert und verwaltet Konten und Lizenzen? |
Empfehlungen 3.2, 3.3 |
Support |
Infrastruktur: Gerätemanagement |
Support Wer hilft im Alltag, mit wie viel Zeit? |
Empfehlungen 3.3; LUP-DT Support |
Support |
Personal: Support und Beratung |
Weiterbildung Welche Kompetenzen braucht das Team, und wie baut es sie auf? |
LUP-DT Weiterbildung; Weisungen ITBO |
Lehrpersonen |
Personal: Aus- und Weiterbildung |
Datenschutz und Jugendmedienschutz Wie schützt die Schule Daten und Kinder? |
Empfehlungen 3.5 |
Datenschutz, Prävention |
Infrastruktur: IT-Sicherheit und Datenschutz |
Kommunikation Wer erfährt was, wann und auf welchem Weg? |
Empfehlungen 3.5 bis 3.7 |
Kommunikation, Eltern, Kommunikationsplan |
Kultur: interne und externe Zusammenarbeit |
Überprüfung Wann und wie wird das Konzept nachgeführt? |
Empfehlungen 3.2; LUP-DT Fremdeinschätzung |
Überprüfen, Kurzbefragung |
Organisation: Qualitätssicherung |
Kurz halten, Anhänge nachführen
Ein Konzept, das niemand liest, verankert nichts. Bewährt hat sich eine Trennung:
- Das Konzept selbst hält Strategie, Grundsätze und Zuständigkeiten fest, so
kurz, dass es in einer Sitzung besprochen werden kann. Es ändert sich selten.
- Die Anhänge enthalten, was sich laufend ändert: Nutzungsvereinbarungen,
Betriebskonzept, Datenschutz-Folgenabschätzungen, Rollen- und
Berechtigungskonzept, App-Liste, Weiterbildungsplanung, Kommunikationsplan. Sie
werden einzeln nachgeführt, ohne das Konzept jedes Mal neu zu beschliessen. Das
Gerüst führt die Anhänge mit Stand und
Zuständigkeit auf.
Was ein Betriebskonzept regelt
Der Leitfaden einer Schule zeigt, was im Alltag geregelt sein
muss, jeweils mit Ablauf und Zuständigkeit:
- Reparatur defekter Geräte und Lagerort der Ersatzgeräte
- Updates von Betriebssystem und Apps, und wie sichergestellt wird, dass sie installiert sind
- Datenablage, Datenaustausch, Datensicherung und Wiederherstellung
- Konten, E-Mail und Lernprogramme bei Eintritt und Austritt von Lernenden und Lehrpersonen
- Einstellungen von Firewall und Inhaltsfilter, periodisch überprüft
- Lizenzen für Lernplattformen, Lernsoftware und digitale Lehrmittel
- Inventar der Geräte
- Einführung neuer Lehrpersonen
Beispiele
- Die Stadt St.Gallen hat ein Mediennutzungskonzept für die Sekundarstufe I und
ein Medienpädagogikkonzept für die Primarstufe veröffentlicht.
- Das Haltungspapier KI der Stadt St.Gallen (April 2025) zeigt, wie eine Gemeinde
den KI-Baustein festhalten kann.
- Der ICT-Guide des Kantons Zürich gibt eine Übersicht über die Handlungsfelder
eines Medien- und ICT-Konzepts. Er ist für Zürich geschrieben; die kantonalen
Vorgaben für St.Gallen stehen in den Empfehlungen.