Warum ein eigenes Kapitel
Im Zwischenbericht zum LUP-DT konnten die Schulen angeben, in welchen weiteren
Konzepten sie die digitale Transformation verankert haben. Am häufigsten genannt
wurde das Kommunikationskonzept (25 Nennungen), vor dem Schulprogramm (21).
Mehrere Schulen planen zudem, die interne Kommunikation weiterzuentwickeln.
Auch die Empfehlungen des Kantons setzen Kommunikation voraus: Jugendmedienschutz
ist eine gemeinsame Aufgabe von Schule und Elternhaus (3.5), Regeln zu privaten
Geräten sollen alle Beteiligten mit den Erziehungsberechtigten zusammen erarbeiten
(3.6), und über den Einsatz von KI im Unterricht informiert die Schule die Eltern
(3.7).
Wer noch kein Kommunikationskonzept hat, beginnt am besten mit einem
Kommunikationsplan. Das Muster hält auf wenigen
Seiten fest, wer wen wann worüber informiert, und nimmt die Abschnitte dieses
Kapitels auf: Zielgruppen, Reihenfolge, häufige Fragen, Zwischenfälle und Kanäle.
Als Anhang zum Medien- und ICT-Konzept bleibt er
verbindlich und wird mit dem Konzept überprüft.
Wer was wissen will
| Gruppe |
Was sie wissen will |
Wann |
Wie |
| Schulträger und Behörde |
Nutzen, Kosten über mehrere Jahre, Risiken, Zuständigkeiten |
Vor dem Entscheid, danach jährlich |
Antrag, Bericht, Budget |
| Team |
Warum? Was ändert sich für mich? Welche Unterstützung gibt es? Zeitplan |
Früh und laufend, vor allen anderen |
Konferenz, schulinterne Weiterbildung, Teams |
| PICTS und technischer Support |
Aufträge, Prioritäten, Zeitplan |
Laufend |
Absprache, gemeinsamer Plan |
| Lernende |
Regeln, Verantwortung, was bei Defekt oder Verlust passiert |
Bei der Abgabe, dann wiederholt |
Einführung im Unterricht |
| Eltern |
Gründe, Beispiele aus dem Unterricht, Regeln für zuhause, Haftung, Kinderschutz, Anlaufstelle |
Vor der Abgabe, dann jährlich |
Elternabend, Infoseite, Mitteilung über PUPIL |
| Schulsozialarbeit |
Regeln, Präventionsangebote, eigene Rolle |
Vor der Einführung |
Absprache |
| Abnehmende Schule |
Welche Geräte und Kompetenzen bringen die Lernenden mit? |
Vor dem Übertritt |
Austausch der Schulleitungen und PICTS |
| Stimmberechtigte und Öffentlichkeit |
Nutzen und Kosten |
Bei Budget- und Grundsatzentscheiden |
Gemeindeblatt, Website |
Den letzten Punkt hebt der Leitfaden einer Schule hervor: Eltern
sind auch Stimmberechtigte. Wird das Vorhaben verstanden und unterstützt, lässt
sich die Einführung besser umsetzen.
Reihenfolge
- Vor dem Entscheid: Behörde und Team kennen Ziele, Kosten und Zeitplan.
Offene Fragen werden gesammelt, nicht übergangen.
- Vorbereitung: Das Team erfährt Neuigkeiten vor den Eltern. Die Lehrpersonen
erhalten ihre Geräte, bevor die Klassen sie bekommen.
- Einführung: Elternabend und Infoseite vor der Abgabe; die Geräte gehen
erst nach Hause, wenn die Nutzungsvereinbarung unterschrieben ist. Siehe
Eltern und Vereinbarungen.
- Alltag: Eine feste Anlaufstelle für Fragen, im erwähnten Leitfaden die
IT-Verantwortlichen für Geräte und die Schulverwaltung für PUPIL. Jährliche
Information für neue Klassen und neue Eltern.
- Rückblick: Was die Überprüfung ergeben hat, erfahren Team, Behörde und
Eltern. Eine Kurzbefragung zeigt, ob die
Information angekommen ist. Siehe Überprüfen und weiterentwickeln.
Fragen, die sicher kommen
Bildschirmzeit Die Empfehlungen (3.6) nehmen die Sorge ernst: Geräte haben
ein erhebliches Ablenkungs- und Suchtpotenzial. Die Antwort der Schule sind klare
Regeln, Medienbildung ab dem Kindergarten und Prävention (siehe
Prävention).
Nutzung zuhause Was ist erlaubt, gibt es einen Inhaltsfilter auch zuhause,
gibt es Nutzungszeiten? Das regeln Nutzungsvereinbarung und Geräteverwaltung.
Schäden und Verlust Wer bezahlt? Das steht im Leihvertrag: Die Ausleihe ist
unentgeltlich, Ersatz verlangt die Schule nur bei Absicht oder grober
Fahrlässigkeit. Ob eine private Haftpflichtversicherung zahlt, hängt von der
Police ab. Gemeldet wird mit einem Formular. Mehr
unter Vereinbarungen.
Datenschutz Welche Daten liegen wo? Die Schule muss das beantworten können,
bevor sie gefragt wird. Siehe Datenschutz.
Künstliche Intelligenz Die Schule informiert, welche KI-Werkzeuge im
Unterricht eingesetzt werden, und sensibilisiert im Rahmen der Prävention
(Empfehlungen 3.7).
Strahlung Das Kapitel 3.4 der Empfehlungen enthält Hinweise zur Anordnung und
Einstellung der WLAN-Zugangspunkte und zur Nutzung mobiler Geräte.
Wenn etwas passiert
Bei Zwischenfällen zählt, dass die Zuständigkeit vorher geklärt ist. Der
Kommunikationsplan hält für jeden Fall fest,
wer informiert und wer informiert wird.
- Schaden, Verlust oder Diebstahl eines Geräts: Meldung mit dem
Formular der Schule; bei Diebstahl erstatten die
Erziehungsberechtigten Anzeige. Die Schule sperrt das Gerät und prüft, ob
Personendaten betroffen sind.
- Datenpanne, ein Gerät mit Personendaten geht verloren oder wird gehackt:
Meldung über das Meldeformular des Kantons, Information der
Betroffenen nach Absprache mit der Fachstelle für Datenschutz. Das
Formular als Word-Datei zeigt vorab, welche Angaben
dann gebraucht werden.
- Cybermobbing oder problematische Inhalte: Vorgehen mit der
Schulsozialarbeit abgesprochen, Information der Eltern durch die Schulleitung.
Ist das Wohl eines Kindes gefährdet, gelten die Melderechte und -pflichten
gegenüber der KESB (Art. 314c und 314d ZGB).
- Anfragen von Medien: Eine Person spricht für die Schule, in der Regel die
Schulleitung oder das Präsidium der Behörde.
Kanäle und Datenschutz
- PUPIL ist die Schulverwaltungslösung des Kantons und wird für Mitteilungen an
Eltern genutzt. Der Zwischenbericht nennt PUPIL und Microsoft Teams als
verbreitete Kommunikationskanäle.
- Website: Was dort erscheinen darf, regelt das Merkblatt der Fachstelle für
Datenschutz. Für die Datenschutzerklärung der Website
bietet die Staatskanzlei eine Mustervorlage an,
ausdrücklich auch für Gemeinden. Wer Inhalte anderer Anbieter einbettet, etwa
Videos, ergänzt die Erklärung um diese Dienste.
- Fotos und Videos aus dem Unterricht zu zeigen oder zu veröffentlichen, braucht
eine Einwilligung, nach Zweck getrennt und für jedes Schuljahr. Ein Muster dafür
steht unter Vereinbarungen.
- Private Messenger-Gruppen sind kein Kanal der Schule: Sie kann dort nicht
bestimmen, wer welche Daten sieht und wie lange sie bleiben. Amtliche
Mitteilungen laufen über die eigenen Kanäle.
Vorlagen
Der Kommunikationsplan ist ein Muster der
Handreichung zum Anpassen. Präsentationen für Elternabende und für das Team stehen in der Sammlung:
für Eltern und für Lehrpersonen.